Runder Tisch

Berliner Umwelt- und Klimabildungs-Akteur*innen suchen den Dialog

Bild: Shane Rounce / Unsplash | Grafik: wirBERLIN

Wir sind Träger*innen der Berliner Umwelt- und Klimabildung

In Schulen, Kiezen, Unternehmen und anderen Lernorten vermitteln wir Wissen, fördern Beteiligung und motivieren zum Handeln. Wir schlagen Brücken zwischen den Berliner Klimazielen und den Bürger*innen dieser Stadt. Wir schaffen Orte, an denen Nachhaltigkeit gelebt und erfahrbar wird. Im multikulturellen Berlin bringen wir Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, die sich gemeinsam für eine sozial gerechte, ökologische Transformation einsetzen. Unser gemeinsames Ziel ist es, Menschen in ihrer kulturellen und politischen Vielfalt zu verbinden, um ein inklusives, umweltgerechtes und ökologisch nachhaltiges Berlin zu gestalten. Mit unseren vielfältigen Angeboten, erfolgreichen Projekten und unserer hohen fachlichen Expertise verändern wir Denken, Handeln und Herzen.

In über 30 Jahren hat sich in Berlin eine vielfältige Umwelt- und Klimabildungslandschaft entwickelt, die auf zentrale Herausforderungen der Stadt reagiert – von Biodiversitätsverlust und Zero Waste über nachhaltige Ernährung und Mobilität bis hin zu grüner Berufsorientierung, Ressourcenschutz, Klimaanpassung und dem Ziel der Klimaneutralität. Berlin hat sich vielfältige und hochgesteckte Ziele im Bereich Umwelt- und Klimaschutz gesetzt. Diese reichen vom Abfallwirtschaftskonzept und der dazugehörenden Zero-Waste-Strategie über weitere Ziele bis hin zum BNE-Masterplan, der aktuell entwickelt wird. Dafür braucht es verlässliche Träger*innen der Umwelt- und Klimabildung, die Maßnahmen in Projekten umsetzen.

Vieles, was über Jahre hinweg aufgebaut wurde, droht zu verschwinden

Massive Kürzungen des Haushalts und der Förderprogramme, fehlende verlässliche Finanzierungsoptionen und eine kaum noch handhabbare Planungsunsicherheit bringen die Akteur*innen in existenzbedrohende Situationen. Zentrale Projekte enden, Kernfinanzierungen brechen weg, Teams lösen sich auf, Mitarbeitende werden entlassen und wertvolles Know-how geht verloren. Für Berlin bedeutet dies eine Gefährdung und Schwächung der Bildungs- und Beteiligungsstrukturen für Umwelt- und Klimaschutz auf vielen Ebenen.

Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche

  • Naturpädagogische Programme für Grundschulkinder
  • Klimabildung an Schulen und Kitas (vor allem in sozioökonomisch benachteiligten Stadtteilen)
  • Außerschulische Projekttage zu Klima, Energie, Mobilität und Ernährung
  • Kooperationen zwischen Schulen, NGOs und bezirklichen Einrichtungen

Berufsorientierung & Jugendbeteiligung

  • Berufsorientierung und Kompetenzentwicklung mit Fokus auf Umwelt- und Klimaschutzberufe
  • Frühe Förderung von MINT-Interessen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik)
  • Projekte, die Jugendbeteiligung und demokratisches Engagement im Kontext von Klima- und Umweltschutz stärken

Fachkräfteentwicklung & Engagement

  • Weiterbildungen für Fachkräfte im Bereich Umwelt- und Klimaschutz, einschließlich pädagogischem und technischem Personal
  • Erschließung neuer Zielgruppen, etwa Frauen oder Menschen mit Migrationsgeschichte
  • Förderung von Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement

Nachhaltige Entwicklung in Kiezen und Stadtteilen

  • Wegfall innovativer Modellprojekte (z. B. zu Zero Waste, Klimaanpassung, Klimaschutz)
  • Einschränkungen bei niedrigschwelligen Angeboten für migrantische und sozial benachteiligte Communities

Zudem sind zentrale Vernetzungs- und Koordinierungsstrukturen, die in den letzten Jahren mühsam aufgebaut wurden  immer wieder vakant: etwa die bezirklichen Koordinierungsstellen oder Transferformate zur Schultransformation. Dies steht im deutlichen Widerspruch zu den ambitionierten Klimaschutzzielen Berlins und zur Intention des geplanten Masterplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

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Es ist an der Zeit, gemeinsam Lösungen zu entwickeln

Mit unserem Runden Tisch wollen wir die Herausforderungen unserer gemeinnützigen Initiativen aufzeigen, Missstände aufdecken und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Wir sind bereit, konstruktiv nach vorne zu denken, Neues zu wagen, nach Lösungen zu suchen und auch Altes loszulassen. Uns ist bewusst, dass das Fordern nach mehr Finanzierung allein nicht ausreicht.

Wir sind überzeugt: Wenn politischer Wille, Verwaltungskompetenz, Praxiserfahrung und berlinweites Denken zusammenkommen, lassen sich gemeinsame, transformative Lösungen finden – und die Umwelt- und Klimabildung in Berlin kann langfristig gesichert und gestärkt werden. Doch wir können nicht länger nur über unsere Fachthemen sprechen, sondern müssen auch den strukturellen Abbau und die Bedrohung unserer Existenz klar benennen. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung möchten wir die Rahmenbedingungen so gestalten, dass sinnvolle, etablierte Strukturen erhalten bleiben und eine Weiterentwicklung unserer engagierten Umwelt- und Klimainitiativen möglich wird.

Akteure Runder Tisch Umwelt- und Klimabildung Berlin

Was uns konkret bewegt

Anschub-, Tröpfchen- und Modellförderungen sind zwar wichtig, aber oft nicht zu Ende gedacht, wenn echte Verstetigung das Ziel ist. Oft endet die Finanzierung bereits nach kurzer Zeit, teils noch mitten in der Aufbauphase. Die Folge sind ständige Finanzierungswechsel, Label-Hopping, eine hohe administrative Belastung sowie Verluste in Qualität, Vertrauen und Wirkung. Mit großem Kraftaufwand gelingt es manchmal, einzelne Aspekte in neue Vorhaben zu retten. Doch vieles verläuft im Sande, ohne weiterentwickelt oder verbreitet zu werden. Das ist frustrierend und alles andere als nachhaltig. Wie im Bildungsbereich allgemein ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit unserer Angebote selten gegeben.

Etablierte Projekte benötigen eine langfristige Grundfinanzierung, um dauerhaft für Bürger*innen und entsprechende Zielgruppen verfügbar zu sein und um Wirkung zu erzielen. Dafür sind andere Formen der Unterstützung durch die Senatsverwaltungen und berlinweite oder bezirkliche Fördertöpfe als bisher notwendig. Der Ansatz, gemeinnützige Bildungsarbeit marktwirtschaftlich auszurichten oder die Finanzierung vollständig zu privatisieren, ist unrealistisch und verschließt die Augen vor den Herausforderungen einer gesellschaftlichen Transformation und der Bildungsarbeit. Wir brauchen einen ehrlichen Austausch über das Verstetigungsdilemma und echte Lösungsansätze.

Wir möchten diskutieren:

  • Was braucht es wirklich, um Projekte mit Strahlkraft und Wirkung langfristig und unabhängig von Fördergeldern abzusichern – und wie können wir das gemeinsam erreichen?
  • Wo ist Verstetigung sinnvoll und machbar – und wo nicht?
  • Wie können wirtschaftliche Kooperationen und Geschäftsmodelle für Umwelt- und Klimabildung seitens der Politik und Verwaltung zur Verstetigung unterstützt werden?
  • Wie soll nach Projektablauf eine Verstetigung für Projekte an öffentlichen Einrichtungen stattfinden, wenn diese dafür gar keine Budgets haben?

Gerade wenn benachteiligte Gruppen, Orte oder Schulen erreicht werden sollen, ist eine förderunabhängige Finanzierung keine realistische Option. Hier ist öffentliche Verantwortung gefragt – ebenso wie das Verständnis, dass Umwelt- und Klimabildung eine kommunale Daueraufgabe ist, die zunehmend zur Daseinsvorsorge gehört. Zivilgesellschaftliche Träger*innen leisten dazu seit Jahren einen wichtigen Beitrag. Sie übernehmen Aufgaben, die öffentliche Einrichtungen, insbesondere Schulen und Kitas, oft gar nicht leisten können: sei es aufgrund fehlender personeller Kapazitäten, fachlicher Expertise oder räumlicher Infrastruktur. Gleichzeitig wird von der Gesellschaft gefordert, dass Kinder und Jugendliche echte Naturerfahrungen machen und Kompetenzen für eine nachhaltige Zukunft erwerben. Doch ohne ausreichende und verlässliche Finanzierung bleibt das ein unerfüllter Anspruch ohne Umsetzungsperspektive.

Viele bisher genutzte Fördertöpfe – wie etwa die QM-Förderung – schwinden oder werden für andere wichtige Themen, wie etwa Demokratiebildung verwendet. Im Zuge der Haushaltskürzungen fallen Umwelt- und Klimaschutzprojekte, die als Querschnittsthemen bei fachfremden Senatsressorts angesiedelt sind, der Fokussierung auf „Kernaufgaben“ zum Opfer. Angesichts zunehmender Hitzewellen, Starkregenereignisse und globaler Kipppunkte wird deutlich: Die Klimakrise ist längst Realität und die gesellschaftliche Resilienz hängt entscheidend davon ab, wie gut Umwelt- und Klimabildung lokal verankert und finanziert sind. Programme wie der Hitzeschutzplan erfordern eine aktive Einbindung der Bevölkerung. Genau hier setzen unsere Bildungsangebote an. Doch ohne strukturelle Absicherung geraten selbst diese dringend benötigten Beiträge zur Klimaanpassung ins Wanken. Gäbe es Töpfe für Bildungsmaßnahmen von Bildungseinrichtungen, könnten daraus Teilkosten der Träger*innen ausgeglichen werden.

Aus unserer Sicht fehlt bisher eine ambitionierte Strategie zur Verankerung und Anerkennung von Umwelt- und Klimabildung im Berliner Landeshaushalt – sei es durch direkte Mittel, ein klar definiertes und ausreichend ausgestattetes Förderprogramm oder eine verbesserte Grundfinanzierung der Schulen mit Kooperationsaufträgen für außerschulische Träger*innen. Es fehlen insbesondere strukturerhaltende, institutionelle Förderungen, die eine minimale Grundsicherung der Träger*innen gewährleisten. Umweltbildungsstätten wie das Freilandlabor Britz oder das Naturschutzzentrum Malchow erhalten jährliche Summen zur Umsetzung – warum nicht auch freie

Umwelt- und Klimabildungsaktuere, die in ähnlicher Weise Miete zahlen, Fachpersonal beschäftigen und koordinierende Aufgaben übernehmen? Enge Projektlogiken, kurzfristige Laufzeiten und niedrige Verwaltungskostenpauschalen reichen nicht aus, um kontinuierliche Bildungsarbeit, langfristige Personalbindung oder Übergangsphasen abzusichern. Die Folge ist ein dauerhafter Finanzierungsdruck bis hin zur existenziellen Bedrohung – und damit auch der Verlust wichtiger Infrastrukturen zur Bewältigung der Klimakrise.

Wir möchten diskutieren:

  • Welche Kernaufgaben der Umwelt- und Klimabildung müssen als Mindeststandard dauerhaft öffentlich abgesichert werden, auch um Ungerechtigkeiten zu vermeiden?
  • Wo und in welcher Höhe kann Berlin zukünftig Mittel für diese Kernaufgabe bereitstellen?
  • Wie könnte eine institutionelle Stärkung helfen, den Existenzdruck von den Träger*innen zu nehmen und somit die Strukturen zu festigen?

Angesichts knapper werdender Landesmittel haben viele Berliner Träger*innen in den letzten Jahren verstärkt versucht, Bundesförderungen einzuwerben, um Umwelt- und Klimabildung in Berlin umzusetzen. Doch diese Strategie stößt zunehmend an ihre Grenzen. Bundesprogramme sind stark überzeichnet und die Bewilligungsquoten sinken. Oft liegt der Förderschwerpunkt auf anderen Regionen, um die Mittel bundesweit zu verteilen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Eigenanteile stetig, wodurch kleinere und gemeinnützige Akteure schnell überfordert sind.

Wenn Berlin also weiterhin auf Bundesmittel setzen will, braucht es nicht nur kompetente Träger*innen, sondern auch verlässliche Strukturen, um diese Mittel wirksam und fair nutzen zu können.

Wir möchten diskutieren:

  • Wie können Berliner Kooperationen gestärkt und für Anträge bei Förderprogrammen des Bundes attraktiv gemacht werden?
  • Welche Strategien sollten gemeinsam verfolgt werden, um langfristig mehr EU- und Bundesmittel nach Berlin zu holen?
  • Wie können Träger*innen unterstützt werden, notwendige Eigenanteile für Bundesförderungen zu erbringen, um diese für Berlin nutzbar zu machen?

Die Logik vieler Förderprogramme stellt zivilgesellschaftliche Träger*innen vor erhebliche Herausforderungen: kleinteilige Nachweispflichten, enge Zweckbindungen, kurze Laufzeiten, zu geringe Verwaltungskostenpauschalen, die Einhaltung des Besserstellungsverbots sowie nicht gedeckte Overhead- oder Mietkosten. Die Umsetzung der Projekte unter diesen Rahmenbedingungen vermindert die Zeit für das Wesentliche erheblich: Inhalte. Bildung. Veränderung.

Hinzu kommen Risiken und nicht abrechenbare Kosten. Bis viele Jahre nach Ende des Projekts tragen gemeinnützige Akteur*innen das volle Risiko der sachgerechten Mittelverwendung, ohne eine verbindliche Abnahme oder Unterstützung durch den Fördermittelgeber zu erhalten. Zudem sind Kosten für Rechtsberatung, betriebliche Mitbestimmung oder Teamentwicklung oft nicht förderfähig. All dies belastet die ohnehin knappen Ressourcen, hemmt Innovationen und führt zu Erschöpfung in den Teams. Dadurch wird der Erhalt der Trägerlandschaft gefährdet. In Zeiten knapper Mittel ist ein Diskurs darüber notwendig, wie Spielräume im Zuwendungsrecht und in anderen Rechtskreisen für Entlastung und mehr Wirkung genutzt werden können. Der bürokratische Aufwand steigt erheblich. Nachweise und Belege für die Gemeinnützigkeit müssen ständig neu erbracht werden. Hier ließen sich viele Prozesse optimieren und verschlanken.

Wir möchten diskutieren:

  • Wie gelingt echter Bürokratieabbau?
  • Wie können mehrjährige Förderzeiträume ermöglicht werden?
  • Welche Veränderungen in Prozessen und Abläufen würden spürbare Erleichterung bringen?
  • Wie kann der konstruktive Austausch zwischen Verwaltung und Träger*innen systematisch gestärkt werden – um gemeinsam gut durch diese Zeit zu kommen?

Verzettelt sich Berlin zu sehr in Einzelstrategien und dezentralen Lösungen? Bei vielen umwelt- und klimarelevanten Themen, etwa der Müllvermeidung, fehlt eine erkennbare gemeinsame Linie. Jeder Bezirk, teils sogar einzelne Kieze, entwickeln mit viel Aufwand und hohen Kosten eigene Konzepte und Lösungsansätze. So wertvoll lokale Ansätze auch sind und so nachvollziehbar klar geregelte Zuständigkeiten oft sind: Der Mangel an übergeordneter Koordination führt jedoch teilweise zu Reibungsverlusten, Doppelstrukturen und unnötigen Kosten.

Für zivilgesellschaftliche Akteure bedeutet das einen hohen Aufwand bei der Projektanbahnung und – abwicklung, unklare Zuständigkeiten und langwierige Abstimmungen – teils mit dem Hinweis, zunächst den Konsens aller zwölf Bezirke einzuholen, bevor berlinweit gedacht werden kann. Die Umwelt- und Klimabildung kämpft regelmäßig mit dieser unübersichtlichen Struktur. Es fehlt eine zentrale Anlaufstelle – ein Ort, der berlinweite Strategien stärkt, Synergien schafft und Träger*innen entlastet. Ohne eine gemeinsame Berliner Richtung werden Engagement und Verbreitung ausgebremst, obwohl das Wissen, die Erfahrung und die Motivation längst vorhanden sind.

Wir möchten diskutieren:

  • Wer hat die Umwelt- und Klimabildung in Berlin als Ganzes im Blick?
  • Wo könnten sich eine zentrale Koordination und bezirkliche Autonomie und Vielfalt sinnvoll ergänzen und wo nicht?
  • Wie können Synergien zwischen Bezirk und Land in der Finanzierung von Vorhaben systematischer erschlossen werden.
  • Wie können Akteure unterstützt werden, die berlinweit agieren wollen?

Umwelt- und Klimaschutzbildung ist ein zentraler Baustein für die sozial-ökologische Transformation Berlins. Gerade in Krisenzeiten benötigt sie jedoch einen stärkeren Rückhalt in Politik und Verwaltung sowie ein klares Bewusstsein für die aktuelle Gefährdung der über lange Zeit hinweg aufgebauten Strukturen.

Die umweltpolitischen Sprecher*innen der Fraktionen sind unsere politischen Ansprechpartner*innen. Im dichten Alltagsgeschäft fehlt oft der Raum für die großen Linien, sodass wir in die Rolle der Einzelkämpfer:innen geraten. Projektbezogene Lobbyarbeit kostet Zeit, Kraft und den Blick fürs Ganze.

Mit dieser Initiative wollen wir unsere Perspektiven bündeln und die strukturelle Bedeutung sowie die Gefährdung unserer Arbeit sichtbarer machen. Wir wünschen uns nicht nur Anerkennung, sondern auch Verbindlichkeit. Wir wollen nicht ständig mit Einzelanträgen, Hilferufen und Projektideen vorsprechen müssen, sondern als Partner*innen auf Augenhöhe mitgestalten. Dafür braucht es feste Orte für Austausch, verlässliche Formate der Zusammenarbeit und eine politische Kultur, die Beteiligung nicht als Zusatz, sondern als gemeinsame Verantwortung versteht.

Wir möchten diskutieren:

  • Wo ist der politische Ort, an dem Umwelt- und Klimabildung der Zukunft mit uns zusammen strukturell und inhaltlich gedacht wird?
  • Welche Plattformen braucht es für den kontinuierlichen Austausch?
  • Wie gelingt Beteiligung ohne permanente Einzel-Lobbyarbeit – als echtes Miteinander statt als Bittstellerei?

Darüber sollten wir sprechen

Wir wissen, dass auch Politik und Verwaltung unter großem Druck stehen. Entscheidungen sind komplex, Ressourcen sind knapp. Gerade deshalb möchten wir nicht mit Forderungen, sondern mit Dialogbereitschaft auftreten.
Unsere Fragen:

  • Ist Ihnen die akute Gefahr des Strukturabbaus im Bereich Umwelt- und Klimabildung bewusst – und wie gehen Sie damit um?
  • Haben Sie Interesse, die Umwelt- und Klimabildung in Berlin zu erhalten und zukunftsfähig zu gestalten und warum (oder warum nicht)?
  • Falls ja: Können Sie sich einen Austausch zu unserem Diskussionspapier vorstellen? Gibt es weitere Themen, die Sie in diesem Zusammenhang für relevant halten?
  • Welche nächsten Schritte könnten wir gemeinsam dazu gehen?

Wir haben unser Diskussionspapier in zwei Versionen ausgearbeitet: als umfassende Langfassung und als handliche Kurzfassung. Beide Papiere können hier heruntergeladen werden.

Grafik: wirBERLIN
Bild: Bundo Kim / Unsplash | Grafik: wirBERLIN

Verständnislosigkeit statt Dialog

Wir haben an die politischen Türen geklopft – doch leider scheinen unsere Anliegen bislang weder gesehen noch gehört zu werden.

Um in einen konstruktiven Austausch zu treten, haben wir uns am 4. August 2025 mit beiden Diskussionspapieren (unten zum Download) an die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie an die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gewandt.

Am 12. September erhielten wir eine abgestimmte Antwort der beiden Verwaltungen, die uns überraschte. Sie macht deutlich, dass weder Verständnis für unsere Situation besteht noch die tatsächlichen Probleme erkannt werden. Anstatt auf unsere Sorgen einzugehen, wurde lediglich betont, die Kürzungen seien „moderat“, ohne dass eine Bereitschaft zum Dialog erkennbar war. Es fehlte ein echtes Interesse und ein offenes Ohr für unsere Position.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltskürzungen in den Bereichen Bildung und Umwelt sowie des undurchsichtigen Vorgehens der Verwaltung empfinden wir diese Antwort als unangemessen. Wir lassen nicht locker und werden weiterhin den Dialog suchen!

Stimmen der Akteur*innen des Runden Tisch

Martina Bergk

Martina Bergk

Geschäftsführerin LIFE - Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V.

„Seit 30 Jahren setze ich mich für Klimaschutz ein und manchmal zweifle ich, ob wir es schaffen. Zugleich macht mich Berlins Ziel der CO₂-Neutralität stolz. Enttäuschend ist, dass Politik und Zivilgesellschaft dafür nicht entschlossen genug zusammenarbeiten, während andere Städte längst vorangehen. Mit LIFE e.V. gewinnen wir Nachwuchs für die Energiewende, beziehen gezielt Frauen und Migrant*innen ein und zeigen mit Projekten wie dem Klimazirkus: Transformation braucht nicht nur Wissen, sondern erlebbare Visionen. Damit diese Arbeit nicht verloren geht und wir langfristige Finanzierungsmodelle trotz knapper Mittel entwickeln, suche ich den Dialog mit der Politik.“

Anne Sebald

Anne Sebald

Geschäftsführerin wirBERLIN gGmbH

„Seit sieben Jahren engagiere ich mich als Projektleiterin für unsere gemeinnützige Umweltinitiative. Seit drei Jahren bin ich auch Geschäftsführerin und für jegliche Akquise und Verwaltung zuständig. Der ständige Kampf um ausreichende Finanzierung bedeutet für wirBERLIN seit jeher viel Arbeit, wenig Planungssicherheit, ein Bittsteller-Dasein und schlaflose Nächte. Hochqualifizierte Mitarbeiter*innen mussten gehen, weil Fördergelder ausliefen, und es gibt keine Möglichkeit, unsere vielfältigen Tätigkeiten auf mehr Schultern zu verteilen. Wir brauchen zeitgemäße Fördermöglichkeiten und Planungssicherheit für unsere wertvolle Arbeit!“

Vivian Jehle

Vivian Jehle

Leitungsteam kosmos b e.V.

„Das Team von kosmos b e.V. setzt seit über 20 Jahren erfolgreich Klimabildungsprojekte um und ermöglicht dadurch Schüler*innen und jungen Erwachsenen eine nachhaltige Zukunft mitzugestalten. Ich bin immer wieder glücklich über das positive Feedback von Teilnehmenden. Projekte weiterhin anbieten zu können wird jedoch immer herausfordernder. Hilfreich für uns NGOs wäre zum Beispiel die Vorfinanzierung zu streichen, das heißt die Eigenmittel weiter zu fassen. Eigenmittel könnten zum Beispiel durch Strukturen, Zeit, Kontakte und andere nichtmonetäre Ressourcen erbracht werden. Dieses und andere Themen würden wir gerne im konstruktiven Dialog mit Politik und Verwaltung besprechen und gemeinsam Lösungen finden.“

Claudia Kapfer von der GRÜNE-LIGA

Claudia Kapfer

Geschäftsführerin GRÜNE LIGA Berlin e.V.

„Berlins Attraktivität und Lebensqualität baut auf einer vielfältigen, kreativen und progressiven Zivilgesellschaft auf. Um unsere Stadt und die Menschen auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten, braucht es daher einen Schulterschluss von Politik, Verwaltung und organisierter Zivilgesellschaft. Ich wünsche mir, dass die Vorteile des Miteinanders erkannt, Vertrauen in die Zusammenarbeit gelegt und die notwendige Unterstützung dafür von Politik und Verwaltung erbracht werden.“

Mitzeichner*innen des Runder Tisch

Stimmen von Mitzeichner*innen

Alina Banse

Bildungsreferentin, Gründerin der Initiative Emmauswald bleibt

„Weil heute die politische Vernunft kaum mehr dort anzutreffen ist, wo die politische Macht liegt, muss ein Zustrom von Intelligenz aus nicht offiziellen Kreisen stattfinden, wenn Katastrophen verhindert oder gemildert werden sollen.“ - Hermann Hesse

Diesem Zitat stimme ich zu. Deshalb habe ich die Initiative Emmauswald bleibt gegründet, die sich dafür einsetzt, einen jahrhundertealten Stadtwald – den größten in Neukölln – vor der Rodung und Bebauung durch die BUWOG/Vonovia zu schützen. In diesem Wald leben zahlreiche seltene Tierarten; er bietet älteren Menschen Schutz vor Hitzesommern, Kindern einen Ort der Umweltbildung und allen Anwohnenden Erholung und frische Luft – in einem ohnehin stark belasteten Kiez. Dass die Politik diesen Wald in Zeiten der Klimakrise für Eigentumswohnungen roden möchte, die die Wohnungsnot nicht lösen, ist unfassbar. Es zeigt, wie wichtig Initiativen und NGOs sind, die politische Verantwortung einfordern und laut werden. Deshalb unterstütze ich wirBERLIN in ihrem Engagement.“

Anne Käsinger

Anne Käsinger

Koordinierungsstelle Natur-, Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsbildung Friedrichshain-Kreuzberg / BUND LV Berlin e.V

„Berlin braucht eine starke Umwelt- und Klimabildung, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Das Engagement der zahlreichen Initiativen und Projekte in unserer Stadt ist unverzichtbar, um eine gesunde, zukunftsfähige Gesellschaft zu gestalten und ein lebenswertes Berlin zu sichern. Doch dieses Engagement benötigt dringend nachhaltige politische Unterstützung und verlässliche Strukturen. Es darf nicht sein, dass Menschen, die sich für die Gesellschaft einsetzen, unter prekären Bedingungen und ständiger Unsicherheit arbeiten müssen, dass Projekte, in die bereits viel Energie geflossen ist, nicht weitergeführt werden können und das enorme Potenzial der vielen kreativen Ansätze ungenutzt bleibt.“

Mitzeichner*innen gesucht

Liebe Berliner Akteure*innen der Umwelt- und Klimabildung,

wie geht es euch? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Findet ihr euch in den sechs Punkten des Diskussionspapiers wieder? Wenn ja, dann meldet euch bei uns und werden Mitzeichner*innen!

Schickt uns euer Logo (hochauflösendes .png oder .eps) sowie die Kontaktdaten einer/s Ansprechpartner*in an: info@wir-berlin.org. Außerdem sammeln wir Stimmen von Mitzeichner*innen und Unterstützer*innen, die wir auf unserer Website veröffentlichen möchten. Wenn ihr eure Meinung öffentlich bekunden möchtet, sendet uns bitte ein Zitat (max. 700 Zeichen inkl. Leerzeichen), euren Namen und Titel sowie ein Porträtfoto in hoher Auflösung.

Wenn ihr mehr über unsere Initiative Runder Tisch Umwelt- und Klimabildung erfahren wollt, schreibt uns eine E-Mail.
Wir nehmen euch dann in unseren News-Verteiler auf.

Wir freuen uns auch über jegliche Tipps und Kontakte, die uns bei der Umsetzung unseres Vorhabens helfen.

Am Donnerstag, den 28.1.2026 von 11-12 Uhr laden wir alle Mitzeichner*innen und Interessenten zu einem Austausch per Videocall ein. Wenn ihr dabei sein wollt, meldet euch bei uns per E-Mail.

Grafik: wirBERLIN

News von wirBERLIN

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ALLES IM FLUSS

Mit unserem Projekt „ALLES IM FLUSS” setzen wir uns seit 2017 für saubere Gewässer, Parks und Kieze ein. Unser Ziel ist es, das Umweltbewusstsein in der Stadtgesellschaft zu stärken und die Eigenverantwortung zu fördern.