Anti-Littering

Gegen die Vermüllung im öffentlichen Raum

Illustration: Goldener Westen
lllustration: Dorka Strong
Auf dem Boden liegen offene Müllsäcke, viele Pizzakartons, To-Go-Becher und Weinflaschen.
Bild: wirBERLIN

Vermülltes Berlin

Littering bezeichnet die Vermüllung öffentlicher Räume. Gerade in Großstädten ist diese Problematik alltäglich. Berlins öffentliche Räume vermüllen zusehends – sie werden zum zugemüllten Freizeit- und Eventraum, To-Go-Verpackungen, Getränkeflaschen, Zigarettenkippen und Kronkorken sind allgegenwärtig. Mehr und mehr Menschen scheint das egal zu sein oder sie wissen gar nicht, dass ihr Alltagsverhalten zur Vermüllung der Umwelt beiträgt – so führen mitunter weit verbreitete Irrtümer trotz guter Absicht zu einer vermüllten Umwelt. Zusammen können wir etwas gegen die Vermüllung vor der eigenen Haustür tun und damit global etwas bewirken! 
Gemeinsam gegen Littering. Für ein sauberes, lebenswertes Berlin.

Berlin hat ein Littering-Problem

To-Go Becher

Mülltonne

Berliner*innen produzieren jährlich rund 1,3 Millionen Tonnen Müll.

Straßenmüll

Zigarettenstummel

Littering: Auf dem Boden liegt viel Müll. Von kleinen Plastikteilen, Plastikverschussdeckel hin Feuerzeugen.

Unter Littering versteht man die Vermüllung der öffentlichen Räume durch uns Menschen. Müll entsteht, wo Menschen gehen und stehen. Stets und ständig. Ob auf Straßen und Plätzen, Fußwegen, in Park- und Grünanlagen, im Wald oder in Gewässern und drum herum. Dabei ist nicht entscheidend, wie die Verhüllung entsteht. Das aus der Hose gefallene Taschentuch, die weggeworfene Zigarettenkippe, die stehengelassene Bierflasche, der weggeschnipste Kronkorken, das ausgespuckte Kaugummi oder die liegengelassene Take-away Verpackung sind nur Beispiele, wie der Müll in die Umwelt gelangen kann. Vermüllte Plätze, Kieze und Parkflächen sind dabei nicht nur ein ästhetisches Problem. Nicht nur unsere Umwelt, sondern auch unsere Mitmenschen sind durch die Verhüllung gefährdet.

Bild: Thobias Löfqvist / Unsplash

littering

Die häufigsten Gründe für Littering sind Bequemlichkeit, Faulheit, Gleichgültigkeit, Achtlosigkeit und mangelndes Bewusstsein. Manche vermüllen die Umwelt, weil sie sich cool dabei fühlen, andere aus Gedankenlosigkeit. Die einen sind zu faul, drei Meter zum Mülleimer zu gehen. Anderen sind die Auswirkungen ihres Handelns egal oder nicht bewusst, da sie z.B. die Zigarettenkippe fälschlicherweise nicht für umweltschädlich halten. Es vergeht keine Sekunde in Berlin, ohne dass irgendwo Müll im öffentlichen Raum anfällt. Der Abfall quillt aus den überfüllten Mülleimern und weht über Straßen, Plätze und durch Grünanlagen.  

Bild: Jasmin Sessler / Unsplash

littering: An einem Strand liegen Glasflaschen, Plastikflaschen, Flip Flops und auch andere Sorten von Müll.

Was wird häufig gelittert?

Diese Abfälle sind besonders häufig in der Umwelt oder auf den Straßen zu finden: 

Was sind die kuriosesten Littering-Funde?

Manchmal ist es schon sehr verrückt und erschreckend, was alles in die Umwelt geworfen wird:  

  • Fahrräder 
  • Schuhe 
  • Feuerlöscher 
  • Metall-Werkstücke 
  • LKW-Plane 
  • Autoreifen 
  • Angeln 
  • Dachziegel 
  • WC-Schüsseln 
  • Walkie-Talkies
  • Straßenlaternen 
  • Elektro-Werkzeuge 
  • Einkaufswagen 
Eine Plastiktüte und noch weitere Müllsorten haben sich verfangen und schwimmen im Wasser. Daneben schwimmen Fische.

Littering trägt zu einem Kreislauf bei, welcher verheerende Auswirkungen auf uns und besonders auf die Umwelt hat:    

  • Tiere verwechseln Abfall mit Nahrung oder verfangen sich darin  
  • Schädlinge wie Ratten werden in Siedlungsnähe gelockt, können Krankheiten übertragen und werden zur Plage  
  • Kunststoffabfälle zerfallen zu Mikroplastik und gelangen so immer mehr ins Ökosystem, von dort auch in unsere Nahrung – und unsere Körper. Noch viele Generationen nach uns.  
  • Zigarettenstummel beinhalten eine Vielzahl an Giftstoffen, die nach und nach durch Regen ausgespült werden und in Böden und Gewässer gelangen   

Vermüllte Orte haben Auswirkungen auf unsere Luft-, Trinkwasser- und Lebensqualität. Abfälle, die achtlos in der Umwelt landen, gelangen früher oder später etwa durch Wind und Regen in unseren Gewässern, wo die Reise der Verunreinigung erst so richtig Fahrt aufnimmt. Denn Kunststoffabfälle verrotten nicht einfach, sondern werden weitergespült und können über große Distanzen transportiert werden und schlussendlich landen sie in den Ozeanen. 80 % der Müllmenge im Meer kommt von Land und wird über Flüsse und Ufer eingetragen. In den Weltmeeren befinden sich dadurch bereits mehr als 150 Millionen Tonnen Plastikmüll und jährlich kommen schätzungsweise drei Millionen Tonnen hinzu. Aus den Plastikmassen bilden sich regelrechte Inseln aus Müll. Mittlerweile gibt es weltweit fünf große Müllstrudel, in denen sich der Plastikabfall sammelt: im Indischen, im Nord- und Südatlantischen Ozean und im Nord- und Südpazifischen Ozean. Der größte bekannte Müllstrudel, der sogenannte “Great Pacific Garbage Patch”, erstreckt sich von der Westküste Nordamerikas bis nach Japan im Nordpazifik. Die Größe des Strudels lässt sich nur schwer messen. Man geht jedoch von einer Fläche von rund 1,6 Millionen Quadratkilometern aus. Das ist mehr als vier Mal die Fläche Deutschlands. 

Noch mehr Information zur Vermüllung der Gewässer findest du auf der Seite unserer Initiative ALLES IM FLUSS.

Bild: Naja Bertolt Jensen / Unsplash

Eine Plastikflasche steckt mit dem Kopf im Boden. Darum sieht man viele kleine Plastikteile.

Müll in die Umwelt zu werfen, dauert nur wenige Sekunden. Doch die Dauer, die der Müll in der Umwelt verweilt, ist weitaus länger. Es kann bis zu 450 Jahre dauern, bis eine Plastikflasche so weit zerfällt, dass die Einzelteile mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar sind. Wir produzieren Müll in einer Geschwindigkeit, mit der die Natur nicht mithalten kann.  

Papiertaschentücher, welche aus der Tasche fallen und dann einfach liegen gelassen werden, brauchen fünf Jahre bis sie zersetzt werden. Im Gegensatz dazu hat ein Plastiksack eine Halbwertszeit von 120 Jahren. Im Vergleich: heute vor 120 Jahren hat die Verbreitung der Glühbirne gerade begonnen. Deutlicher schwieriger ist es, wenn man sich die Zersetzungsdauer von Plastikflaschen (500 – 1.000 Jahre) und Glasflaschen (50.000 Jahre) anschaut. Wenn Martin Luther eine Plastikflasche gehabt hätte, wäre diese mit großer Wahrscheinlichkeit heute noch wiederzufinden.   

Was man dagegen machen kann? Schau Dir unser Video dazu an: Scherbenhaufen.

Bild: Markus Spiske / Unsplash

In einer offenen Hand sind kleine Plastikteile und Schmutz zu sehen. Unter der Hand ist ein Sieb, in welchem noch mehr Sand und mehr Plastikteile liegen.

Derzeit sind noch immer viele Verpackungen aus Plastik und werden somit überwiegend aus der begrenzten Ressource Erdöl hergestellt. Bei der Gewinnung, der Produktion und beim Transport werden große Mengen an CO2 freigesetzt. Allein bei der Herstellung von Plastiktüten sind es weltweit 31 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. Das Fatale ist, dass die Nutzungsdauer von Verpackungen meist nur wenige Minuten beträgt. Plastiktüten oder auch Take-away-Verpackungen werden durchschnittlich nur ca. 25 Minuten benutzt, bevor sie weggeworfen werden (DUH). Wenn diese in der Natur landen, dauert es sehr lange, bis sie abgebaut werden können. Zudem werden diese Abfälle dem Materialkreislauf entzogen und können nicht recycelt werden. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Müll in der Mülltonne landet.

Bild: doble d / iStock

Stadtreiniger beim Einsatz in der Stadt gegen Littering. Er zieht eine Mülltonne hinter sich her.

Es ist ein Irrglaube, dass wir nichts mit dem Müll auf den Straßen, Gehwegen und in der Natur zu tun haben. Auch wenn wir nicht die Verursacher*innen waren, tragen wir dennoch die Kosten der Beseitigung. Die Städte und Gemeinden müssen für die hohen Entsorgungskosten aufkommen. Allein in Berlin sind täglich über 2.500 BSR-Mitarbeiter*innen im Einsatz, um die Plätze und Straßen, Kieze und Parkflächen sauber zu halten. Berlin gibt jährlich viele Millionen an Steuergeldern aus, um unseren Müll wegzuräumen. Uns kostet es viel weniger, den eigenen Müll fachgerecht zu entsorgen.   

Wir finden, dass das Geld besser investiert werden kann. Im nächsten Abschnitt finden sich Tipps für eine saubere Stadt. 

Bild: Refhad / Unspalsh

Ein Mülleimer ist überfüllt mit Müll. Selbst um den Mülleimer stapeln sich viele Pizzakartons.
Berlin kann man in vielen Worten beschreiben: bunt, tolerant, offen, vielfältig. Jedoch kommt sehr schnell auch „dreckig” dazu. Berlin ist nicht die sauberste Vorzeigestadt: Kippen, Kronkorken, Plastiktüten, Scherben, Kaugummis, Take-away-Verpackungen, Hundehaufen und was man sonst noch alles auf den Straßen findet. Berlin ist nicht sauber und das hat leider einen bleibenden Eindruck über Berlin hinaus hinterlassen. Wir finden, dass Berlin mehr als nur Dreck zu bieten hat und eine saubere Chance verdient.  
littering durch eine OP-Maske, welche von einem Busch hängt.

Vor allem während der warmen und sonnigen Tage zieht es die Berliner*innen und Gäste der Stadt in die Parks und an die Ufer von Spree & Co. Durch den Verzehr von Take-out-Speisen, das Trinken von alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken, Rauchen etc. wird der Müllberg nach draußen verlagert: Einwegverpackungen, Kippen, Kronkorken, Flaschen, Scherben, Grillzeug und Essensreste. Besonders während der Zeit, in der wegen der Covid-19-Beschränkungen Restaurant- und Bars geschlossen waren, gerieten die öffentlichen Mülleimer in Parks- und Grünanlagen an ihre Grenzen. Vor allem, weil die meisten Take-away-Verpackungen teilweise zu groß für die Öffnungen der Mülleimer sind, verstopften diese schnell bzw. entstand um den Eimer herum ein Haufen aus Verpackungsmüll und Glasfalschen.    

Bild: Kerry Nicholson / Unsplash

wirBERLIN gegen Littering, unsere Aufklärungsarbeit und Aktionen

Littering entsteht meist nicht in fester Absicht und vielen Bürger*innen sind die Auswirkungen durch die Vermüllungder Umwelt nicht bewusst. Deshalb setzt sich wirBERLIN mit verschiedenen Maßnahmen dafür ein, diese durch Aufklärung für das Thema zu sensibilisieren. Darüber hinaus entwickelt wirBERLIN verschiedene Strategien, mit denen weniger Abfälle im öffentlichen Raum verbleiben sollen. 

  • Eine Nahaufnahme vom Park-Knigge
  • Park-Knigge Release mit Beate Ernst, Martin Hikel und Anne Sebald. Die drei halten den park-Knigge in die Kamera und lächeln.
  • Die erste Seite des Park-Knigge mit einer Illustration. Diese besteht aus zwei Händen, welche eine Take-away Schale halten. In dieser Schale ist der Berliner Fernsehturm zu sehen und darum herum ist ganz viel Müll gezeichnet worden.
  • Ein Mann sitzt auf einer Stufe und schaut sich den Park-Knigge an.

Bildergalerie: wirBERLIN

Park-Knigge

Auf Basis unserer Beobachtungen von Fehlverhalten in Parks und Grünanlagen hat wirBERLIN den ersten Berliner Park-Knigge erstellt. Die acht Verhaltensregeln sind in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Polnisch, Spanisch, Arabisch und Türkisch) verfasst und werden durch Piktogramme veranschaulicht.

Zum Park-Knigge

Social Media

Unsere rasende Müll-Reporterin ist ständig in Berlin unterwegs und wird im wahrsten Sine des Wortes rasend, wenn sie den gelitterten Müll sieht. Auf unseren Social Media Kanälen berichtet sie wöchentlich beim #TrashyTuesdayBerlin über die vermüllten Orte. Typische und nicht typische Müllabfälle und nützliche Infos werden unter der Prämisse: „Stoppt Littering!” aufgezeigt. Eine Übersicht zu unseren aktuellen Posts findet ihr unter News.

Ein Instagram Post zur Reihe Trashy Tuesday mit einem überquellenden Mülleimer.
Bild: wirBERLIN

Anti-Littering Video-Serie

Mit einer 5-teiligen Videoserie wollen wir neben dem haptischen Park-Knigge auch digital dafür sorgen, dass weniger Müll im öffentlichen Raum entsteht und die Menschen verantwortungsvoller handeln.

Bürgerinnen beim Cleanup im Park mit blauen Mülltüten. Oben links in der Ecke steht in weißer Schrift auf grünem Hintergrund "Clean up your Berlin".
Bild: wirBERLIN

Aktionstag

wirBERLIN ruft seit 2011 berlinweit zu Cleanups im gesamten Stadtgebiet im Rahmen des jährlichen Aktionstages auf. An den Aktionstagen haben sich bisher ca. 95.000 Engagierte in 2.700 Aktionen – in allen Bezirken, von Kitakindern bis zum Senior*innenclub, Familien, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Schulen, Unternehmen, Verwaltungen und Vereine – für ihr persönliches Lebens- und Wohnumfeld beteiligt. 

ALLES IM FLUSS

ALLES IM FLUSS ist unsere Initiative zum Schutz und der Sauberkeit der Berliner Parks, Gewässer und Ufer. Zum einen möchten wir die Berliner*innen durch Infomaterialien, Events und Dialogveranstaltungen über die Vermüllung der Gewässer aufklären. Zum anderen möchten wir die Bürger*innen dieser Stadt durch verschiedenen Aktionen, wie Cleanups, dazu animieren selber aktiv zu werden.

Zu ALLES IM FLUSS
alles im fluss
Illustration: Hanna Petersen
Bild: wirBERLIN

Aktiv im Kiez

wirBERLIN möchte Bürger*innen von jung bis alt unterstützen, aktiv zu werden und das Gelernte anzuwenden. Dafür haben wir eine eigene Seite erstellt mit einer Übersicht zu Verschönerungsideen des Kiezes sowie hilfreichen Infos für dein eigenes Cleanup. 

Zu Aktiv im Kiez

Bürger- und Expertendialoge

Austausch und ins Gespräch kommen – das kann nur von beiden Seiten ausgeführt werden. Deshalb laden wir zu verschiedenen Themen Expert*innen und Bürger*innen ein, in den Dialog zu kommen. Themen, über die wir bisher gesprochen haben, waren z.B. Sitzen wir bald auf dem Trockenen? Wassermangel und Klimakrise in der Hauptstadtregion, „Plastik und Verpackungen” und Kein Weg, Einweg! Das Beispiel Mehrweggeschirr. Von der EU in die lokale Gastronomie.

AIF Bürgerdialog Ankündigung zum Thema Plastikverpackungen
Grafik: wirBERLIN
  • Partner beim Brandbrief

Grafiken: wirBERLIN

Offener Brief

Gemeinsam mit vielen Berliner Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen haben wir einen offenen Brief an den Berliner Senat und die Bezirksbürgermeister*innen verfasst. Denn die Vermüllung der Berliner Parks und Gewässer kann so nicht weitergehen und es bedarf dringen Änderungen und Hilfestellungen von Seiten der Politik.

Umfrage zum Thema Littering

Das Thema Littering beschäftigt nicht nur wirBERLIN, sondern auch die Bürger*innen. Deshalb haben wir eine Umfrage zum Thema „Vermüllung und Verpackungen im öffentlichen Raum” durchgeführt. Die spannenden Ergebnisse und Ideen könnt ihr euch ganz einfach anschauen und/oder downloaden.

Ankündigung der Umfrageauswertung. Drei Menschen halten Schilder hoch auf denen "Ihre Meinung hat gezählt!" drauf steht.
Grafik: wirBERLIN
Eine quadratischer Mülleimer, welcher extra für Pizza-Kartons ist.
Bild: wirBERLIN

Pizza in die Box

Im Sommer 2020 waren wir unterwegs und riefen die Berliner*innen und Gäste der Stadt dazu auf, ihre To-Go-Verpackungen nicht einfach in den Parks, auf den Wiesen, an den Ufern oder dem Gehweg liegen zu lassen. Stellvertretend für den steigenden Müllberg des Take-away-Konsums haben wir den Pizzakarton ausgewählt, welcherdie gängigen Müllbehälter meist an ihre Grenzen bringt. Mit dem „Pizza-in-die-Box-Sammelbehälter haben wir einen Lösungsansatz präsentiert. Die Künstler von Gute Sache e.V. gestalten die Boxen.

Müllburger Tor

Sommer, Freizeit, Wiese, Strand, Wasser, Erholung, Sport und Spiel – aber bitte, ohne Müllberge zu hinterlassen! Für die Botschaft „Berlin ist keine Müllkippe!” steht das „Müllburger Tor“, eine ca. fünf Meter breite und zwei Meter hohe Installation in Anlehnung an das Brandenburger Tors aus Pizzakartons, To-Go-Bechern, Plastikflaschen und anderen Verpackungsabfällen, die im Auftrag von wirBERLIN durch die Künstler des Vereins Gute Sache e.V. entworfen wurde. Im Sommer 2020 konnte man das Müllburger Tor im Strandbad Plötzensee bewundern und anlässlich unseres Events TGAL 2020 auf dem Steinplatz in Charlottenburg bestaunen. In 2021 haben wir das Müllburger Tor in Kooperation mit Sihoch3 erweitert und so umgebaut, dass die Säulen für verschiedene Müllsorten stehen und als Abfallbehälter genutzt werden können. In neuem Gewand haben wir es dann in verschiedenen Parks sowie beim Umweltfestival in der Kulturbrauerei aufgestellt und so seit Projektbeginn unzählige Bürger*innen kreativ und eindrücklich ein Stückchen mehr für das Müllproblem der Hauptstadt sensibilisiert.

Aus Müll wurde eine Nachbildung des Brandenburger Tor gebaut.
Bild: wirBERLIN
Grüne Gum Wall für Kaugummis. Auf eine Vorlage von Smiley können Kaugummis geklebt werden.
Bild: wirBERLIN

Gum-Wall

Die Gum-Wall sorgt dafür, dass auf spielerische und effiziente Art gekaute Kaugummis nicht in der Umwelt landen. Mit einem farbenfrohen, individuell gestaltbaren Papier macht die Gum-Wall auf sich aufmerksam, vorbeigehende Passant*innen können dann ihre Kaugummisauf ein Emoji, dass z.B. ihre aktuelle Stimmung am besten beschreibt, kleben. Hierzu hat wirBERLIN im Bezirk Mitte ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Gum-Walls an Schulen und Freizeiteinrichtungen installiert wurden.

Ballot Bins

Der Ballot Bin für Zigarettenkippen funktioniert wie eine Abstimmbox. Raucher*innen stimmen mit ihrer Kippe übereine vorab angebrachte Frage ab und entsorgen die Kippen gleichzeitig in einem verschlossenen Behältnis. Das motiviert! Die Kippen landen somit auf spielerische Art und Weise nicht in der Umwelt. Mehr zu unserem Pilotprojekt in Spandau, erfährst du unter.

 

Gelber Ballot Bin mit einer Umfrage zu Kippen
Bild: wirBERLIN
Auf einem gelben Hintergrund sind drei Taschenaschenbecher zu sehen.
Grafik: wirBERLIN

KIPPEN-BUDDIES

Zigarettenstummel gehört zu den meisten Litteringabfällen. Dabei gibt es eine coolen Alternativen zum Straßenboden, nämlich den Taschenaschenbecher. Da die meisten jedoch eher langweilig aussehen, haben wir eine schicke Alternative mit den drei KIPPEN-BUDDIES (FLUPPEN-PUPPE, STÜMMEL-LÜMMEL, STÄNGEL-BENGEL) geschaffen.

Saubere Städte

Mit der Veranstaltungsreihe »SAUBERE STÄDTE« hat wirBERLIN einen nachhaltigen, partizipativ gestalteten Austausch von Städten, Kommunen, Initiativen, Vereinen oder auch Unternehmen aus der Abfallwirtschaft initiiert. Dabei werden Kampagnen und Maßnahmen zur Müllvermeidung/-beseitigung vorgestellt und der Frage nachgegangen, wie wir gemeinsam urbane Herausforderungen der Zukunft bewältigen können. Vor allem die Rolle und Verantwortung derBürger*innen wird in den Blick genommen: Wo enden die Aufgaben, die Wirkungsbereiche hoheitlicher, kommunaler Stadtreinigung und wo setzt Zivilgesellschaft und bürgerschaftliches Engagement sinnvoll und zielführend ein.

Wenn du Interesse am regelmäßig stattfindenden Austausch hast, wende dich anSebastian Weise (Mail an weise@wir-berlin.org).

Eventgrafik zur Workshopreihe "Saubere Städte"
Grafik: wirBERLIN

Plogging mit ALLES IM FLUSS mit Julian Grzybowski

Der Trendsport aus Schweden vereint Joggen und Müll aufsammeln, also „Schwitzen“ und dabei „Gutes für die Umwelt tun“ – perfekt! Joggen macht dich fit. Plogging macht dich fitter! Durch die Kombination von verschiedenen Bewegungsabläufen beim Aufsammeln des Mülls wie Vorbeugen und In-die-Knie-gehen ist der Trainingseffekt noch größer. Und deine Laufstrecke danach sauberer! In diesem Video zeigen wir euch 5 verschiedene Bewegungsabläufe. Probiert’s aus: Laufschuhe an, Mülltüte schnappen und losploggen. Viel Spaß! 

Die Illustration zeigt wie zwei Menschen in einem Berliner Park sitzen. Dabei hat der Mann einen nachhaltigen To-Go-Becher in der Hand und die Frau repariert ein Kleidungsstück.
Illustration: Dorka Strong

Unverpackter Leben

Wir möchten nicht nur über die Vermüllung der Stadt aufklären, sondern auch ein Bewusstsein dafür schaffen, wie sehr Müll unseren Alltag prägt. Deshalb zeigen wir auf unserer Unterseite „Unverpackter Leben“ wie relevant der Weg zur „Unverpackten Gesellschaft“ für die Stadt, die Umwelt und die Menschen ist.

Zu Unverpackter Leben

Deutschland- und Europaweit gegen Littering: Best-Practice-Beispiele

Um der Vermüllung in öffentlichen Räumen entgegenzuwirken, werden regional unterschiedliche Strategien und Gegenmaßnahmen entwickelt, wie etwa höhere Geldstrafen für Müllsünder*innen, Nudging-Ideen oder Plakatkampagnen, die auf das Thema aufmerksam machen sollen. Hier eine Auswahl der bereits existierenden, vielfältigen Anti-Littering Maßnahmen:   

Auf einem orangen Eimer steht "Eimer liebt dich" und ein Herz
Bild: wirBERLIN

Berlin und Hamburg

Auffällig gestaltete Mülleimer mit großem, bunt markiertem Einwurf findet man z.B. in Berlin und Hamburg. Diese machen durch lustige Sprüche auf sich aufmerksam, teilweise mit lokalem Bezug, um die Menschen dazu zu bewegen, ihren Kiez sauer zu halten.

Welche Auswirkungen hat Covid-19 auf Littering?

Müll ist ein globales Problem und globale Probleme beginnen häufig lokal. Berlins öffentliche Räume vermüllen zusehends – sie werden zum zugemüllten Freizeit- und Eventraum, To-Go-Verpackungen, Getränkeflaschen, Kippen und Kronkorken sind allgegenwärtig. Mehr und mehr Menschen scheint das völlig egal zu sein. Genau das wollen wir ändern. Zusammen können wir etwas gegen die Vermüllung vor der eigenen Haustür tun, um damit global etwas zu bewirken!

Grüne Fußspuren führen zu einem Mülleimer.
Bild: arte.tv
Auf dem Logo steht in einer gezeichneten Brotbox "Essen in Mehrweg" und darunter steht "wir machen mit".
Bild: LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V.

Deutschlandweit

Das Mehrwegsystem aus Pfandbechern oder auch Mehrweggeschirr hat sich in den letzten Jahren deutschlandweit deutlich verbessert. Viele Cafés und Restaurant bieten ihre Lebensmittel in nachhaltigen Behältern an, diese können dann entweder im gleichen Laden oder einem anderen wieder abgegeben werden. So entsteht ein Kreislauf und das Geschirr kann wieder verwendet werden. Eine Übersicht über Anbieter*innen von Mehrweggeschirr gibt es hier auf Mehrweg statt Einweg.

Europaweit

Doch Littering ist nicht nur in den Kommunen angekommen, sondern auch in der Politik. Damit in den nächsten Jahren nicht noch mehr Plastikabfälle in die Umwelt gelangen, ist seit dem 03. Juli 2021 die Herstellung von einigenEinweg-Plastik-Artikeln in der ganzen EU verboten. Dabei werden sowohl expandiertes Polystyrol (Styropor) als auch biobasierte oder biologisch abbaubare Kunststoffe nicht mehr erlaubt sein. Dies gilt für die folgenden Einwegprodukte: Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff, To-Go-Becher, Fast-Food Verpackungen und Wegwerf-Essensbehälter.

Einweg Kunststoffprodukte Verbot 2021
Bild: Bundesregierung

Wissen kompakt 

Fakten über die Vermüllung der Gewässer und Parks sowie Hilfestellungen für jede*n in unseren AIF-Infoboxen.

Zu den AIF-Infoboxen

Corporate Green Days

Auch Unternehmen können in Berlin aktiv werden und sich für ein lebenswertes und sauberes Umfeld einsetzen.

Zu Corporate 💚 Days